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Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B

Beim hydraulischen Abgleich bekommt jeder Heizkörper genau die Wassermenge, die sein Raum braucht. Erst dann werden alle Räume gleichmäßig warm – und die Wärmepumpe kann mit niedriger Temperatur arbeiten.

Hydraulischer Abgleich nach Verfahren BBeispiel: Vorlauf 45 °C, Rücklauf 38 °C
Heizkörper im RaumHeizlastVolumenstrom
Wohnen und Essen1.680 W206 l/h
Küche720 W88 l/h
Diele610 W75 l/h
Gäste-WC210 W26 l/h
Schlafen930 W114 l/h
Kind 1840 W103 l/h
Kind 2790 W97 l/h
Bad860 W106 l/h
Arbeiten660 W81 l/h
Flur oben300 W37 l/h
Gesamt7.600 W933 l/h

Auf diese Werte werden die Ventile der Heizkörper und die Umwälzpumpe eingestellt.

Kurz gesagt

  • Verfahren B beruht auf der raumweisen Heizlastberechnung.
  • Für jeden Heizkörper wird der nötige Volumenstrom berechnet und eingestellt.
  • Nach heutigem Stand verlangt die Förderung beim Heizungstausch das Verfahren B.
  • Ohne Abgleich läuft die Wärmepumpe mit unnötig hoher Temperatur.

Warum Wasser den kürzesten Weg nimmt

Heizungswasser fließt dorthin, wo der Widerstand am geringsten ist. Heizkörper nah an der Pumpe bekommen deshalb zu viel Wasser, weit entfernte zu wenig. Im Dachgeschoss bleibt es kühl, im Erdgeschoss rauscht es in den Ventilen.

Die übliche Notlösung: Die Vorlauftemperatur wird hochgedreht, bis auch der letzte Raum warm ist. Bei einem Gaskessel fiel das kaum auf. Bei einer Wärmepumpe kostet jedes zusätzliche Grad rund 2 bis 2,5 % mehr Strom.

Der hydraulische Abgleich löst das Problem an der Ursache. Jeder Heizkörper wird auf den Durchfluss begrenzt, den sein Raum tatsächlich braucht. Danach reicht eine niedrigere Temperatur für das ganze Haus.

Die beiden Verfahren im Vergleich
Verfahren AVerfahren B
Heizlastgeschätzt aus Fläche und Baualterraumweise berechnet nach DIN EN 12831
Heizflächennicht bewertetjede Heizfläche wird nachgerechnet
GenauigkeitNäherunghoch
Förderungreicht nicht auswird verlangt

So läuft der Abgleich nach Verfahren B ab

Erst rechnen, dann einstellen. Sie erhalten am Ende alle Werte schriftlich.

  1. Heizlast je Raum berechnen. Sie ist die Grundlage für alles Weitere. Zur Heizlastberechnung
  2. Heizflächen aufnehmen. Typ, Größe und Leistung jedes Heizkörpers oder Heizkreises.
  3. Systemtemperatur festlegen. Die niedrigste Vorlauftemperatur, mit der alle Räume warm werden.
  4. Volumenströme berechnen. Für jeden Heizkörper ergibt sich ein Durchfluss in Litern pro Stunde.
  5. Ventile und Pumpe einstellen. Jedes Ventil erhält seinen Einstellwert, die Pumpe die passende Förderhöhe.
  6. Dokumentieren. Sie bekommen die Berechnung und den Nachweis für die Förderung.

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