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Fall­beispiele: nach dem Heizungs­tausch neu bemessen

Drei Anlagen, die bereits eingebaut waren, aber zu viel Strom verbrauchten. Unser Ingenieur hat nachgerechnet, wir haben neu eingestellt. Die Zahlen zeigen, was eine richtige Bemessung ausmacht.

Einfamilienhaus, Baujahr 1984, 148 m², Heizkörper Beispielwerte

14 kW eingebaut, 7,6 kW gebraucht

Ausgangslage
Die Wärmepumpe war nach der Leistung des alten Gaskessels ausgewählt worden. An milden Tagen schaltete sie dutzendfach ein und aus – das kostet Strom und verkürzt die Lebensdauer des Verdichters.
Unsere Berechnung
Die raumweise Heizlastberechnung ergab 7,6 kW statt der eingebauten 14 kW. Ein hydraulischer Abgleich war nie gemacht worden, die Heizkurve stand auf 55 °C Vorlauf.
Maßnahmen
Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, zwei Heizkörper gegen größere getauscht, Heizkurve auf 45 °C gesenkt, Pufferspeicher korrekt eingebunden und Mindestlaufzeiten eingestellt.

Jahres­arbeits­zahl

vorher2,7 nachher3,9

Strom­verbrauch pro Jahr

vorher7.400 kWh nachher5.100 kWh

31 % weniger Strom

Reihenmittelhaus, Baujahr 1996, 124 m², Fußbodenheizung und Heizkörper Beispielwerte

Das Dachgeschoss blieb kalt, der Heizstab lief mit

Ausgangslage
Im Dachgeschoss wurde es nicht warm. Der elektrische Heizstab sprang regelmäßig an und lieferte fast ein Fünftel der Wärme – direkt aus Strom, ohne den Gewinn der Wärmepumpe.
Unsere Berechnung
Die Rohrnetzberechnung zeigte: Die Heizkörper im Dachgeschoss bekamen zu wenig Wasser, weil das Überströmventil falsch eingestellt war und die Fußbodenheizung im Erdgeschoss den Volumenstrom an sich zog.
Maßnahmen
Volumenströme für jeden Heizkreis neu eingestellt, Überströmventil korrigiert, Bivalenzpunkt und Heizkurve angepasst. Der Heizstab läuft seitdem praktisch nicht mehr.

Jahres­arbeits­zahl

vorher3,1 nachher4,3

Strom­verbrauch pro Jahr

vorher4.900 kWh nachher3.530 kWh

28 % weniger Strom

Mehrfamilienhaus, 9 Wohnungen, 640 m², Kaskade aus zwei Wärmepumpen Beispielwerte

Groß­anlage: Zwei Geräte arbeiteten gegeneinander

Ausgangslage
Beide Wärmepumpen liefen gleichzeitig in niedriger Teillast, statt sich abzuwechseln. Mieter beschwerten sich über Geräusche in der Nacht.
Unsere Berechnung
Die Heizlast lag bei 38 kW statt der angenommenen 52 kW. Die Schallimmissionsberechnung zeigte, dass der Nachtwert am Nachbarfenster überschritten wurde.
Maßnahmen
Kaskadenregelung neu aufgebaut, alle Stränge hydraulisch abgeglichen, Nachtbetrieb angepasst. Der Richtwert der TA Lärm wird seitdem eingehalten.

Jahres­arbeits­zahl

vorher2,9 nachher3,8

Strom­verbrauch pro Jahr

vorher31.000 kWh nachher23.660 kWh

24 % weniger Strom

Was die drei Fälle gemeinsam haben

In keinem der Fälle war die Wärmepumpe defekt. Die Geräte taten, was man ihnen vorgegeben hatte. Das Problem lag jedes Mal davor: Die Anlage war nie für dieses Haus berechnet worden.

  • Die Leistung wurde geschätzt statt berechnet.
  • Ein hydraulischer Abgleich fehlte oder war nur überschlägig gemacht.
  • Die Heizkurve stand auf einem viel zu hohen Wert.

Deshalb beginnt bei uns jedes Projekt mit der Fachplanung. Und deshalb lohnt es sich, eine bestehende Anlage nachrechnen zu lassen, wenn der Verbrauch zu hoch erscheint.

Was bedeutet die Jahres­arbeits­zahl?

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Steigt sie von 2,7 auf 3,9, braucht dieselbe Wärmemenge rund 31 % weniger Strom.

Verbraucht Ihre Wärme­pumpe auch zu viel?

Nennen Sie uns Hersteller, Baujahr und den Stromverbrauch des letzten Jahres. Wir sagen Ihnen, ob sich eine Prüfung lohnt.

Onur Dönmez, Ansprechpartner bei M&M Wärmepumpen
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